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Galapagos

Der Flug auf die entlegenen Galapagos-Inseln im Südpazifik dauert von Guayaquil aus knappe zwei Stunden. Man landet auf der kleinen Flughafeninsel Baltra und wird per Bus und Fähre zur Hauptinsel Santa Cruz gebracht. Dort beziehen wir in Puerto Ayora, einer Kleinstadt im Süden, unser Hostel, in froher Erwartung der Tiere hier. Schon im Hafen geht es lustig zu. Am Bootssteg liegen - mitten unter den vielen Leuten - Seehunde im Weg und dösen. Am kleinen Fischmarkt warten etliche große Pelikane und ein Seehund hinter den Ständen darauf, dass etwas für sie abfällt. Auch ein Leguan hockt schon auf der Mauer auf der Lauer. Im Ort spazieren wir zunächst zum Darwin-Besucherzentrum. Dort kann man Interessantes über die Forschungsarbeit erfahren, z.B. dass Haustiere hier möglichst sterilisiert werden oder dass Ziegen in einer großen Aktion abgeschossen wurden, um die endemischen Tierarten zu schützen. In einem Freigelände beobachten wir dann unsere "ersten" Landschildkröten bei der Fütterung - von Babies bis zu uralten Riesenexemplaren. Wenn man denen beim Fressen zuschaut, kommt man richtig runter, so gemütlich und langsam rupfen sie an den Blättern herum. Einer ist der große Draufgänger im Gehege: Diego! Vater von ca. 800 Nachkommen und scheinbar ständig "bei der Arbeit", wie wir sehen. Da hätte Lonesome George was lernen können. Der berühmte George steht ausgestopft in einem eigens für ihn gebauten und gekühlten Gebäude, und seine Geschichte macht einen direkt traurig ;)

Jahrzehntelang gab es nämlich alle möglichen Anstrengungen, ihn zum Fortpflanzen zu bewegen. 2012 starb er trotzdem kinderlos, aber posthume Verehrung ist ihm sicher. Am dunklen Lavastrand entdecken wir dann viele schwarze Meerechsen, die geräuschlos aus dem Wasser krabbeln und sich neben roten Krebsen in der Sonne wärmen. Erster Tag - super! Zweiter Tag - nett: Wir fahren ins Inselinnere zu einer Schildkrötenfarm und schauen den großen Tieren (bis zu 150 Jahre alt) aus nächster Nähe beim Fressen und Suhlen in Tümpeln und Schlammlöchern zu. Dritter Tag - Frust: Wir buchen einen sündteueren Ausflug (185 USD pro Person) zur Insel Seymour Norte, um dann festzustellen, dass zwei Stunden für die Busfahrt draufgehen und das Boot viel kleiner ist als versprochen. Beim einstündigen Rundgang auf der Insel sehen wir drei mickrige Leguane und - okay, ganz nett - Blaufußtölpel und balzende Fregattvögel. Dann gehts zum Schnorcheln. Die "versprochenen" Wasserschildkröten, Haie und Rochen haben heute frei. Da sind wir schon froh, dass wir wenigstens ein paar bunte Fische sehen. Goldig sind auch drei Seehunde. Sie flitzen ganz nah um uns rum, beäugen uns und wollen spielen. Vierter bis sechster Tag - ein Traum: Mit einem Speedboot fahren wir übers bewegte Meer, zwei Stunden wilde Maus - für die einen ein Vergnügen, für die anderen ein Grauen. Ziel: Isabela, die größte Insel des Archipels. Unser Hotel liegt an einem tollen Strand mit türkisem Wasser, weißem Sand und schwarzen Meerechsen - surreal. Man kann hier zu Fuß und ohne teuer gebuchte Tour schöne Buchten erreichen, wo man alle "relevanten Galapagostiere" beobachten kann. Beim Schnorcheln flitzen wieder Seehunde um einen rum, eine Wasserschildkröte und ein paar Haie ziehen ihre Bahnen. Auch kleine Pinguine schießen durchs Wasser. Im Hafen von Puerto Villamil, dem einzigen Ort auf Isabela, könnte man stundenlang dem gemächlichen Treiben der Seehunde zuschauen, die auch hier zwischen den Menschen am Strand liegen und alle Bänke belagern. Einige Junge sind auf der Suche nach ihrer Mama und schreien erbärmlich, bis sie eine Zitze finden und hörbar das Schmatzen beginnen. Pelikane fliegen knapp über dem Strand dahin, werfen große Schatten oder stürzen sich neben uns ins Wasser.... Ach - schön!

Fazit: Galapagos ist sehr teuer aber definitiv eine Reise wert! Wir haben drei Inseln auf eigene Faust erkundet und alle Tiere ausgiebig beobachten können. Eine mehrtägige Kreuzfahrt (je nach Schiffsgröße und Dauer ab 3000 Euro pro Person aufwärts bis ins Exorbitante... ohne Flug) wäre für uns aus mehreren Gründen keine Option gewesen. Nach einer Woche Bruthitze freuen wir uns nun wieder auf kühlere Tage und ein paar Serpentinen im Hochland rund um Quito.