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Machu Picchu

Es ist wirklich ein Erlebnis!! Wenn man auch vorher schon einige Inkafestungen gesehen hat, ist die verlassene Stadt hoch in den Bergen (stimmt nicht, sie liegt mit 2800 m tiefer als Cusco) doch unvergleichlich. Man könnte in vier Tagen über den Inkatrail hinwandern. Wir entscheiden uns für die Variante für ältere Herrschaften. Den Weg legen wir in Etappen zurück: Mit dem Auto gehts von Cusco 60 km nach Ollantaytambo. Ab hier gibt es keine Straße mehr. Man nimmt den Zug, der eineinhalb Stunden entlang eines reißenden Flusses ins enge Tal hinter fährt. Grüne, gewaltige Berge und Nebelwald. Wir landen in dem abgelegenen Ort Aguas Calientes, der nur aus Restaurants und Hotels besteht. Keine Autos, nur der Zug, der mitten durch den Ort fährt. Ach, ein kleiner Exkurs muss sein: Im Zug sitzen fast nur junge Leute, die während dieser tollen Fahrt durch eine wunderschöne, mystische Gegend schlafen! Kaum am Ziel angekommen, wird dann wieder das Handy aufgespießt und los gehts: ich vor dem Fluss, ich vor dem Berg, ich auf der Mauer, ich mit der immer gleichen Grinsepose.... manchmal kriegt man einen Grant und denkt sich : werd ich alt? Egal.... In Aguas Calientes geht es weiter mit dem Bus, der sich über viele Serpentinen eine halbe Stunde lang den Berg hochschraubt, und dann taucht sie auf! Man hat ja bereits viele Bilder im Kopf, Machu Picchu live zu erleben ist dann aber doch etwas Besonderes. Verblüffend ist vor allem auf den ersten Blick, wie unglaublich steil die Terrassen und Häuser in den Berghang gebaut wurden. Wir haben Glück mit dem Wetter, der befürchtete Regen bleibt aus und nachmittags kommt sogar die Sonne raus. Es ist Vorsaison, d.h. der Touristenstrom hält sich in Grenzen. In den Monaten Mai bis September werden die Besucher stündlich reglementiert rein- und rausgelassen, wir dürfen bleiben, solange wir wollen. Beim Rundgang treppauf, treppab stoßen wir auf einfache Häuser (das sind die mit den "schlampigen" Mauern) und auf Reste von größeren Gebäuden, die für die Oberschicht (Priester, Adlige...) reserviert waren. Vor allem die Tempel wurden mit besonders großen und exakt aufeinander gesetzten Steinblöcken gebaut. Opferaltäre, Sonnenuhr, Kompass, Wasserspiegel zu astrologischen Zwecken, Nischen für die Verstorbenen (Mumien...). Was bleibt? Staunen und Fragen: Warum haben die Inkas einen derart abgelegenen Ort gewählt? Wie konnten sie dort oben eine solch große Stadt bauen? Wie wurden die Steine bearbeitet? Es gibt viele Vermutungen und Theorien dazu und wir müssen unbedingt zu Hause dieses Thema vertiefen.

P.S.: Auch das gehört zu Machu Picchu: Das Vergnügen ist relativ teuer. Zug, Bus und Eintritt kosten pro Person 173 Euro. Wir haben gelesen, dass in Peru 90 % der Einnahmen aus dem Tourismus von Cusco und Machu Picchu kommen.