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Valparaiso

Aufregend - diese Stadt! Es ist nicht nur der Verkehr, der sich unten am Meer durch die Straßen quält. Es sind vor allem die Sicherheitshinweise in der Overlander-App, die uns ein bisschen stressen. Es wird gewarnt vor Reifenschlitzern und sogenannten Entreißdelikten. Wir wollen die Stadt trotzdem sehen, lassen deshalb das Wohnmobil am Campingplatz 10 km außerhalb und nehmen den Bus. Der Fahrer scheint auch extrem gestresst zu sein. Seine schlechte Laune lässt er an der Hupe und an den Bremsbelägen aus. Später stellen wir noch fest, dass hier alle wie die Henker fahren. 

Nähert man sich Valparaiso, muss man unweigerlich an den Riesen denken, der in die Kiste mit Bauklötzen gegriffen und Tausende bunte Häuschen über die Hügel verstreut hat. Es ist ein Gewirr von steilen, verwinkelten Straßen, Gässchen und Treppen entstanden. 15 ratternde Ascensores (Standseilbahnen aus den Jahren 1883 - 1916) bringen die Besucher hinauf in die Hügel. Früher war Valparaiso ein wichtiger Pazifikhafen. Seit der Eröffnung des Panamakanals verlor es an wirtschaftlicher Bedeutung. Heute legen vor allem Kreuzfahrtschiffe an. Dementsprechend touristisch geht es in dieser UNESCO-Welterbestadt zu. Vor allem das bunte Häusergewirr um den Cerro Concepcion ist sehenswert. Obwohl uns auch mehrmals Einheimische darauf aufmerksam machen, den Fotoapparat nicht offen herumzutragen, wagen wir ein Fotoshooting. Es gibt tolle Streetart zu entdecken - eine reine Freude für den Herrn Fotografen! Nach unserer mehrstündigen Tour bekommen wir zur Belohnung richtig leckeres Essen - Ceviche mit Lachs.

Am nächsten Tag, bei unserer Weiterfahrt, spielt uns das Navi einen Streich und möchte die Fahrkünste von Alex testen. Es lotst uns richtig fies in das Straßengewirr eines der Hügel. Solche Steigungen hat unser Wohnmobil noch nie erlebt. Es wird immer enger - immer steiler - immer kurviger - die Schwitzehändchen bei mir immer feuchter.... aber meinem Chauffeur ist nichts zu schwör :-)