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Torres del Paine

Laut Lonely-Planet der "vermutlich schönste Nationalpark in Südamerika" - das ist er auch in unseren Augen: Torres del Paine, 1810 Quadratkilometer groß und seit 1978 Biosphärenreservat der UNESCO. Am bekanntesten sind die fast senkrechten Granitnadeln, die 2000 m aus der patagonischen Steppe aufragen. Aber wenn man durch den Nationalpark fährt, entdeckt man noch viel mehr: türkis- oder azurblaue Lagunen, rauschende Flüsse und Wasserfälle, bizarre Felsformationen und Gletscher. Wir sind nicht allein hier. Busse karren die Touristen aus aller Welt von Puerto Natales aus heran und brettern mit Wahnsinnsgeschwindigkeit über die staubigen Pisten von Mirador zu Mirador. Dementsprechend grausam sind die Straßen beieinander: Waschbrett vom Feinsten. Unser Wohnmobil hält sich tapfer, wir haben noch keine Schraube locker und noch alle Tassen im Schrank. Die vielen Touristen und Wanderer "verlaufen" sich aber in dem großen Gelände und man wähnt sich größtenteils allein in der patagonischen Einsamkeit. Wir wandern zwei Tage lang und nur der Kondor zieht seine Bahnen über uns. 

Alles in allem: atemberaubende Natur, einfach grandios! Das Wetter ist - wie eigentlich ständig hier im Süden - unberechenbar. Angeblich kann man die vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Wir haben wieder mal Glück und der Winter fällt aus. Wir erleben nur einen Frühlingssturm, einen Herbststurm, Sommerwind, ein paar Tropfen und auch viel Sonne dazwischen. Mitte Dezember bedeutet in dieser Gegend, dass es erst gegen 23 Uhr allmählich finster wird und die Sonne schon um 4.45 aufgeht, d.h. 18 Stunden Tageslicht!

 

Da unser Auto nicht für Hunderte von Kilometern Schotterpiste ausgelegt ist, verlassen wir Südchile nun wieder und wechseln nochmal nach Argentinien rüber.