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In der Pampa

Eigentlich waren wir gewarnt! Von den diversen Traveller-Blogs wussten wir, dass in Argentinien gleich nach der Grenze sogenannte "Fruchtkontrollen" gemacht werden. D.h. der Kontrolleur schaut nach, was die Wohnmobilisten in ihrem Kühlschrank haben. Sinn der Sache: die Angst vor Maul- und Klauenseuche und vor speziellen Fruchtfliegen. Da hat man natürlich Verständnis, vor allem wenn an Bord ein Experte für phytosanitäre Kontrolle sitzt. Wir vertilgen also unseren kompletten Lebensmittelvorrat noch in Uruguay und verfüttern die letzten zwei Gelben Rüben an ein Pferd. Der Grenzübertritt verläuft reibungslos. Wir bekommen alle erforderlichen Stempel, ohne dass sich irgendeiner um unseren Kühlschrank kümmert. So weit - so gut. 20 km nach der Grenze kaufen wir in einem riesigen Carrefour ein wie die Weltmeister, um gerüstet zu sein für die lange Fahrt nach Patagonien. Kaum sind wir eine halbe Stunde gefahren: Kontrolle!!! Der Kühlschrank wird inspiziert und wir fürchten schon um unsere Vorräte. Komischerweise zieht er nur zwei Birnen raus, die wir gleich essen dürfen. Dann fährt man durch eine Art Fahrrinne, wo das Auto von unten besprüht und damit desinfiziert wird. Wir fahren erleichtert weiter, werden aber nach 4 Stunden nochmal aufgehalten - Kontrolle!!! Wieder bibbern. Diesmal möchte er unser Abendessen, zwei Schnitzel. Da wir sie nicht roh vor ihm essen wollen, bietet er uns freundlicherweise an, sie am Standstreifen parkend zu braten. Er schaut sich die Sache an und wir können weiterfahren.

Sage nochmal einer, Schneckenbach liege in der Pampa! Wir wissen jetzt, was Pampa bedeutet: Drei Tage fahren wir durch die immer gleiche flache Landschaft aus Wiesen und Weiden mit Rindern auf schnürlgraden Straßen. Südlich von Buenos Aires sind sie miserabel! Man wähnt sich auf einer Autobahn und plötzlich tun sich Abgründe auf - Monsterschlaglöcher! Da springen die Teller im Schrank! Dann wird's aber besser und wir überlegen, den Tempomaten anzuschalten, das Lenkrad anzubinden und hinten Karten zu spielen.